Oh je, VW…
Vor zehn Jahren hat sich die Volkswagen-Stiftung noch für die Förderung der Mathematik eingesetzt. Es scheint nicht viel dabei herausgekommen zu sein, denn am letzten Samstag flatterte mir die folgende Werbung ins Haus:
Die durch ein Pictogramm dargestellte rechte Seite der Gleichung lese ich als “Passat” und nehme an, dass Passat möglichst groß werden soll. Wie kann das erreicht werden?
- Zunächst fällt auf, dass Wohlfühlfaktor, Komfort und auch π im Nenner stehen, also “Passat” steigt, wenn diese Werte kleiner werden oder entfallen. Vielleicht, wenn man den Wohlfühlfaktor und den Komfort sowieso minimieren muss, könnte man die Räder eckig machen. Die Fahrt trägt dann zwar nicht zum Wohlbefinden bei, aber π fällt weg, und “Passat” wird maximiert.
- Weil jede Variable quadriert wird, gehen negative Werte genauso ein wie positive. Ob also der Motor auch im abgeschalteten Zustand Benzin säuft (negative Effizienz) oder aber 2,1 l auf 100 km verbraucht (positive Effizienz), “Passat” bleibt immer gleich.
- (B + 7) kann ich nun gar nicht verstehen. Ist das der “Kuhmist”-Faktor?
Puh, kann man da nur sagen. Und ich habe geglaubt, nur in der Chemie würde so viel Blödsinn verzapft… Es ist übrigens nicht jeder Firma gleichgültig, ob sie sich mit solchen “komischen” Wissenschaftsdarstellungen lächerlich macht: Walt Disney hat sich von keinem Geringeren als Wernher von Braun beraten lassen, ehe er eine Rakete zu Zelluloid gebracht hat.
Mehr über die Kooperation mit Disney kann man auf der Website des Marshall Space Flight Center nachlesen, von der auch die obige Abbildung stammt.